Wasserfilter im Winter lagern: Schutz vor Frost beim Backpacking

· von Victor Sanz · 3 Min. Lesezeit

Wasserfilter im Winter lagern: Schutz vor Frost beim Backpacking

Wenn die Temperaturen unter null fallen, entscheidet die richtige Lagerung des Wasserfilters über Nacht oft darüber, ob die Ausrüstung den nächsten Morgen überlebt. Gefriert Wasser in den feinen Hohlfasermembranen, dehnt es sich aus und zerstört die winzigen Poren unwiderruflich. Der Filter versagt danach lautlos, meist ohne jedes sichtbare Anzeichen. Wer im Winter oder in höheren Lagen unterwegs ist, kommt um aktive Vorsicht nicht herum.

Warum Frost für Wasserfilter so gefährlich ist

Die meisten Backpacking-Filter, etwa der Sawyer Squeeze, der Katadyn BeFree oder das Platypus GravityWorks, arbeiten mit Hohlfasermembranen. Nach jedem Einsatz bleibt in den mikroskopisch kleinen Kanälen immer etwas Restwasser zurück. Gefriert dieses Wasser, sprengt die Volumenausdehnung die feine Membranstruktur von innen. Das Tückische daran: Der Filter sieht danach völlig unversehrt aus, filtert aber unter Umständen nicht mehr zuverlässig. Ein unsichtbares Sicherheitsrisiko, das man erst bemerkt, wenn es zu spät ist.

So lagern Sie den Filter richtig über Nacht

1. Filter vollständig ausblasen oder ausspülen

Direkt nach der letzten Nutzung sollte so viel Wasser wie möglich raus:

2. In der Schlafkleidung mitnehmen

Der Trick, auf den erfahrene Winterwanderer schwören: Filter mit in den Schlafsack nehmen, am besten nah am Körper, etwa in einer Innentasche der Jacke, die gleichzeitig als Kissen oder Schlafsack-Liner dient. Die eigene Körperwärme hält die Temperatur zuverlässig über dem Gefrierpunkt, meist reichen wenige Grad Puffer.

Praktisches Vorgehen:

3. Alternative: Isolierte Aufbewahrung

Manchmal soll der Filter aus nachvollziehbaren Gründen nicht mit in den Schlafsack, etwa wegen Restfeuchtigkeit. Dann helfen:

Was tun, wenn der Filter trotzdem gefroren ist?

Ein gefrorener Filter darf nicht sofort benutzt werden, so verlockend das bei Durst auch sein mag. So gehen Sie vor:

  1. Filter langsam bei Zimmertemperatur oder durch Körperwärme auftauen lassen (niemals mit heißem Wasser übergießen oder ans Feuer halten!)
  2. Nach dem Auftauen einen Integritätstest machen: Luft durch den trockenen Filter blasen und auf ein “Blubbern” im Wasser achten (Sawyer und ähnliche Hersteller stellen dazu genaue Anleitungen bereit)
  3. Bei Zweifeln an der Filterleistung zusätzlich chemisch behandeln, etwa mit Chlordioxid-Tabletten, oder das Wasser einfach abkochen

Zusätzliche Tipps für Wintertouren

Fazit

Frost bleibt der größte Feind jedes Membran-Wasserfilters, daran ändert auch das teuerste Modell nichts. Die einfachste und zugleich wirksamste Lösung ist unspektakulär: Filter nach Gebrauch gründlich entwässern und über Nacht körperwarm im Schlafsack lagern. Wer zusätzlich eine Backup-Methode zur Wasseraufbereitung mitführt, steht auch bei einem überraschenden Kälteeinbruch nicht ohne sauberes Wasser da. Ein bisschen Routine am Abend, kaum mehr als fünf Minuten, schützt teure Ausrüstung und sorgt dafür, dass am nächsten Morgen tatsächlich sauberes Trinkwasser aus der Flasche kommt.

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